Tierarztpraxis Dr. Mertens und Küppers

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Rund um unsere Praxis

Was jeder Welpe lernen sollte

Vielleicht wollen Sie mit Ihren Hund später einmal Agility oder Fährtenarbeit machen. Oder Sie haben für ihn eine Karriere als Jagd- oder Rettungshund geplant. Vielleicht soll er auch nur Ihre Zeitung und die Hauslatschen apportieren. Unabhängig von dem späteren Ausbildungsziel sollte jeder Welpe und Junghund einige grundlegende Dinge lernen.

Das Alleinbleiben

Sobald sich Ihr Welpe ein wenig eingelebt hat, sollten Sie anfangen mit ihm das Alleinbleiben zu üben. Beginnen Sie damit, wenn er in seinem Zimmerkäfig spielt oder an seinem Kauknochen nagt. Schließen Sie die Käfigtür. Wenn er sich dadurch nicht stören lässt, gehen Sie kurz aus dem Raum. Bleiben Sie nur einen Moment draußen. Gehen Sie wieder hinein, ohne sich um den Welpen zu kümmern. Nach ein paar Minuten öffnen Sie die Käfigtür ohne den Welpen zu beachten. Die Tür war zu und Sie waren kurz draußen, dass ist alles. Machen Sie kein Ereignis daraus.

Sollte Ihr Welpe unruhig werden, wenn Sie die Käfigtür schließen, müssen Sie ihn noch ein paar Tage über Futter und Lob an den Käfig gewöhnen, bevor Sie weiterüben können.

In den nächsten Wochen sollten Sie den Welpen immer wieder dafür loben und belohnen, dass er sich auf seinen Platz zurückzieht. Üben Sie täglich mit ihm einige Zeit im geschlossenen Käfig zu verbringen. Machen Sie die Übungen, wenn der Welpe müde ist oder sich mit seinem Spielzeug oder seinem Futterball bzw. Kauknochen beschäftigt. Bleiben Sie, ohne auf den Welpen einzugehen, ein Weilchen im selben Raum. Dann gehen Sie hinaus. Steigern Sie die Zeiten, die Sie außerhalb des Raumes verbringen jeden Tag. Kommen Sie zwischendurch immer mal kurz hinein oder gehen Sie an der Zimmertür vorbei, um zu sehen ob der Welpe noch spielt oder frisst oder ob er vielleicht eingeschlafen ist. Beachten Sie ihn dabei nicht. Sollte er unruhig werden, bleiben Sie im Raum, bis er sich wieder entspannt hat. Beenden Sie die Übung indem Sie die Käfigtür öffnen, ohne den Welpen zu beachten.

Achten Sie darauf, dass der Welpe nie in Panik gerät, wenn Sie ihn allein lassen. Wenn Sie ohne ihn eine Besorgung machen müssen und keinen Hundesitter haben, nutzen Sie die Zeit, wenn er schläft. Loben und belohnen Sie ihn nicht, wenn er artig allein geblieben ist. Er wartet sonst bei nächsten Mal sehnsüchtig auf Ihre Rückkehr und die Belohnung, anstatt entspannt die langweilige Zeit ohne Sie zu verschlafen. Später, wenn der Hund stubenrein ist und keine Gefahr mehr besteht, dass er etwas anfrisst, wenn er unbeaufsichtigt ist, brauchen Sie die Käfigtür nicht mehr zu schließen, wenn Sie ihn allein lassen.

Das Anspringen

Hunde begrüßen ältere und ranghöhere Rudelmitglieder mit Beschwichtigungsgesten, um sie freundlich zu stimmen. Dazu gehört vor allem das Mundwinkellecken, das sich aus dem Futterbetteln der Welpen entwickelt. Da die Mundwinkel beim Menschen ziemlich weit oben sind, muss der Welpe bei der Begrüßung hochspringen.

Das Anspringen kann später, wenn der Hund schmutzige Pfoten hat oder dreißig Kilo wiegt unerwünscht und eventuell auch gefährlich sein. Daher sollten Sie ihm von klein auf beibringen, Menschen anders zu begrüßen.

Gehen Sie bei der Begrüßung in die Hocke, damit Ihr Welpe nicht springen muss. Halten Sie ihm die Hand als Ersatz für die Mundwinkel hin. Drehen Sie den Kopf ein wenig zur Seite und gucken Sie den Welpen nicht direkt an. Sie zeigen ihm damit, dass Sie nicht aggressiv gestimmt sind. Bleiben Sie ruhig und gelassen. Streicheln und begrüßen Sie ihn nur, wenn er mit allen vier Füßen auf dem Boden ist.

Halten Sie die Begrüßung insgesamt kurz. Vermeiden Sie übermäßige Emotionen. Übermäßige Aufregung bei der Begrüßung ist ein rein vom Menschen antrainiertes Verhalten. Hunde untereinander tun so etwas nicht.

Futterverteidigung

Falls Ihr Welpe knurrt oder Sie attackiert, wenn er Futter oder einen Kauknochen hat, müssen Sie etwas dagegen tun. Futter ist für den Hund eine lebenswichtige Sache. Wenn ausreichend davon vorhanden ist, gibt es keine Probleme. Aggression über Futter entsteht nur, wenn der Welpe sich gegen Konkurrenten durchsetzen muss, um satt zu werden.

Wenn die Hündin nicht genug Milch für Alle hat oder wenn der Züchter später beim Zufüttern der Welpen nicht für Jeden einen Platz am Napf zur Verfügung stellt, lernen die Welpen frühzeitig ihr Futter zu verteidigen. Das kann später gefährlich werden. Es könnte jemand gebissen werden, der zufällig am Hund vorbei geht, wenn dieser etwas zu Fressen hat. Außerdem ist es wichtig, dem Hund etwas Fressbares abnehmen zu können, wenn er z.B. draußen einen scharfkantigen Knochen, Geflügelreste oder andere gesundheitsschädliche Dinge findet.

Deshalb sollte Ihr Welpe lernen, dass es gut für ihn ist, wenn Sie in der Nähe sind, während er frisst. Füttern Sie daher einen Teil seiner Tagesration immer als Trainingsbelohnung aus der Hand. Lassen Sie ihn dafür herankommen, sich hinsetzen oder eine andere Übung ausführen. Zur Belohnung gibt es ein paar Futterbröckchen.

Wenn Sie ihn aus dem Napf füttern, tun Sie nur eine winzige Portion hinein. Sobald die aufgefressen ist und der Welpe den Napf freigibt, gehen Sie hin und tun die nächste kleine Portion hinein. Nach ein paar Tagen, wenn der Welpe keine Angst mehr hat, dass Sie ihm etwas wegfressen könnten, bleiben Sie während er frisst neben ihm stehen. Sobald der Napf leer ist, füllen Sie etwas nach. Nach ein bis zwei Wochen, wenn der Welpe in Ihrer Anwesenheit entspannt frisst, können Sie den Napf beim Fressen in der Hand halten. Wenn auch das entspannt möglich ist, lassen Sie Ihre Hand im Napf, wenn Sie die nächste Portion nachfüllen. Machen Sie diese Übung ein paar Tage lang. Anschließend können Sie wieder dazu übergehen, ganz normal aus dem Napf zu Füttern. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, gelegentlich, während der Hund frisst, etwas besonders Leckeres nachträglich dazuzugeben.

Wenn Ihr Welpe Kauknochen oder Spielzeug verteidigt, üben Sie mit ihm diese Dinge im Austausch für ein besonders leckeres Häppchen abzugeben. Lassen Sie sich nicht auf Auseinandersetzungen ein. Bieten Sie das Leckerchen nur an. Will er es nicht haben, hat er seine Chance verpasst. Wiederholen Sie die Übung später, wenn er mehr Hunger hat. Wenn er den Knochen oder das Spielzeug loslässt, loben Sie ihn und geben im die Belohnung. Dann darf er den Knochen wieder haben. Tauschen Sie mehrmals, dann lassen Sie ihn in Ruhe den Knochen kauen oder mit dem Spielzeug spielen. Wenn er später das Interesse verloren hat, sammeln Sie die Reste ein.

Erst wenn Ihr Welpe Gegenstände problemlos hergibt, können Sie ihm etwas wegnehmen ohne es gleich wieder zurückzugeben.

Benagen der Wohnungseinrichtung

Welpen sind ausgesprochen neugierig. Sie erkunden Ihre Umwelt in ersten Linie mit den Zähnen. Das ist vollkommen normal und endet erst nach dem Zahnwechsel. Lassen Sie in der Wohnung nichts herumliegen, was der Welpe anfressen könnte. Sie haben jetzt ein vierbeiniges Kleinkind im Haus. Bringen Sie alles in Sicherheit, was zerstört werden könnte oder für den Welpen gefährlich ist.

Sollte er trotzdem etwas anfressen, was nicht für ihn gedacht ist (z.B. ein Stuhlbein oder den Teppich), gehen Sie ruhig zu ihm hin. Sagen Sie „nein“ und nehmen Sie ihm den Gegenstand aus dem Maul. Schieben Sie ihm stattdessen seinen Kauknochen zwischen die Zähne und loben Sie ihn, wenn er darauf herumkaut. Sollte er gleich wieder versuchen den Teppich zu benagen, sagen Sie wieder ruhig „nein“. Nehmen Sie ihm den Teppich aus dem Maul, geben Sie ihm den Kauknochen und tragen Sie ihn samt Kauknochen in seinen Zimmerkäfig. Sperren Sie ihn mit dem Knochen dort ein. Loben Sie ihn wenn er den Knochen benagt. Lassen Sie ihn ein Weilchen im Käfig, ohne ihn weiter zu beachten. Er wird die Sache mit dem Teppich noch einige Male probieren. Bleiben Sie ruhig aber konsequent.

Wenn er merkt, dass er Sie damit ärgern kann, wird ein lustiges Spiel daraus. Wenn er keinen Erfolg hat, wird es bald langweilig.