Tierarztpraxis Dr. Mertens und Küppers

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Rund um unsere Praxis

Artgerecht füttern

 

So füttern Sie Kaninchen artgerecht

 

© Peter Fenge / pixelio.de

 

Übergewicht ist ein großes und weit verbreitetes Problem unserer Hauskaninchen. Die Ursache dafür ist, dass sie häufig zu viel vom falschen Futter erhalten und zu wenig Bewegung haben. Handelsübliche Pellets und bunte Mischfutter sind rohfaserarm und haben einen zu hohen Energiegehalt und Nährwert.

 

Die Körner werden nicht abgebissen und mit den Backenzähnen nur zerquetscht, sodass sich die ständig nachwachsenden Zähne durch fehlende Mahlbewegungen ungenügend abreiben. Überlange Zähne, die Zunge oder Backenschleimhaut verletzen, sind die Folge. Buntfutter führt außerdem zu einseitiger Ernährung, weil die „leckeren“, zucker- und stärkehaltigen Anteile bevorzugt aufgenommen werden und der Rest liegen bleibt. Das stört die Verdauung und führt u. a. zu Vitaminmangel. Auch Snacks wie Milch- und Joghurtdrops sind sehr reichhaltig an all jenen Inhaltsstoffen, die Kaninchen nicht benötigen bzw. verarbeiten können. Falsches Futter hat aber auch Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere. Kaninchen, die hauptsächlich Kraftfutter bekommen und entsprechend wenig Zeit für die Nahrungsaufnahme benötigen, neigen zu Verhaltensstörungen und erhöhter Aggressivität.

 

Was Hauskaninchen brauchen

 

Kaninchen brauchen frische Gräser, Heu mit verschiedenen Gras- und Kräuterarten und Stroh. Löwenzahn ist eine willkommene Delikatesse genau wie Möhren mitsamt Grün. Natürlich darf das tägliche frische Wasser dabei nicht fehlen! Obst und getrocknetes Brot sind sehr zuckerhaltig und sollten nur gelegentlich in kleinsten Mengen gegeben werden. Getrocknete und frische Zweige dagegen sind eine gesunde Bereicherung des Speiseplans. Verwenden Sie jedoch keine Äste von Eichen oder Eiben, die sind für Kaninchen giftig. Optimal für die artgemäße Bewegung ist ein großes Gehege im Garten oder ein geräumiger Käfig und mindestens einmal am Tag freigiebiger Auslauf.

 

© Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.
Der Speck muss weg

Aktivprogramm für Kaninchen

 

So füttern Sie artgerecht und fördern die Bewegungsfreude Ihrer Kaninchen

 

© Sturm / pixelio.de

 

Übergewicht spielt bei den wilden Verwandten unserer Hauskaninchen keine Rolle. Als Beutetiere für Jäger zu Lande und aus der Luft sind sie meist “auf der Flucht”. Selbst während der Nahrungssuche und –aufnahme sind sie ständig in Bewegung. Schutz und Quartier bieten ihnen aufwändig angelegte Tunnel- und Höhlensysteme, die regelmäßig erweitert werden. Kaninchen stammen ursprünglich aus kargen Gegenden mit nur spärlicher, qualitativ minderwertiger Pflanzenwelt.
Energiereiches Futter ist dort eine Seltenheit. Ihr Verdauungssystem ist deshalb so angelegt, dass aus rohfaserreichem Futter der maximale Nährwert erzielt werden kann.

Hauskaninchen dagegen erhalten häufig zu viel vom falschen Futter. Handelsübliche Pellets und bunte Mischfutter sind häufig rohfaserarm und haben einen zu hohen Energiegehalt und Nährwert. Zucker- und stärkehaltige Anteile werden bevorzugt aufgenommen. Das verhindert den notwendigen Zahnabrieb, stört die Verdauung und führt auch zu Vitaminmangel. Falsches Futter hat aber nicht nur Auswirkungen auf Zähne, Verdauung und Körpergewicht, sondern auch auf das Verhalten der Tiere. Kaninchen, die hauptsächlich Kraftfutter bekommen und entsprechend wenig Zeit für die Nahrungsaufnahme benötigen, neigen zu Verhaltensstörungen und erhöhter Aggressivität.

 

Was Hauskaninchen brauchen

 

Kaninchen brauchen frische, ungespritzte Gräser und Kräuter. Heu aus verschiedenen Gras- und Kräuterarten sollte täglich frisch in der Raufe angeboten werden. Löwenzahn ist eine willkommene Delikatesse genau wie Möhren mitsamt Grün. Täglich frisches Wasser darf dabei nicht fehlen! Obst und getrocknetes Brot sind sehr zuckerhaltig und sollten nur in kleinsten Mengen und zu besonderen Anlässen (z. B. beim Einüben kleiner Tricks) gegeben werden. Getrocknete und frische, ungespritzte Obstbaumzweige sind dagegen eine gesunde Bereicherung des Speiseplans.

Wenn Sie Ihrem Kaninchen ein gesünderes Leben gönnen wollen, dann stellen Sie aber bitte das Futter nicht radikal um. Besonders an frisches Grün muss sich der Darm erst langsam gewöhnen. Reduzieren Sie die Menge des Körnerfutters allmählich.

Nicht nur falsches und zu viel Futter führt zu Übergewicht, sondern ebenso Bewegungsmangel, unter dem viele unserer Hauskaninchen leiden. Die Folgen sind deformierte Knochen und Muskelschäden.

 

  • Optimal für die artgemäße Bewegung ist ein großes Gehege im Garten mit festen wetterbeständigen Häusern und Grabmöglichkeiten, ganz wie im richtigen Kaninchenleben. Es versteht sich von selbst, dass ein solcher Auslauf ausbruchsicher und vor Feinden, wie Nachbars Hund oder Katze und vor Greifvögeln geschützt sein muss. Mit Tonröhren, Baumstämmen, Ästen und Heuraufen können Sie eine richtige Kaninchenlandschaft gestalten.
  • Kaninchen brauchen zum Wohlfühlen und für die gegenseitige Körperpflege die Gesellschaft mindestens eines weiteren Kaninchens, auf keinen Fall aber ein Meerschweinchen.
  • Natürlich kann nicht jeder seine Kaninchen im eigenen Garten halten, aber auch für Wohnungskaninchen gibt es viele Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Voraussetzung ist ein entsprechend großer Käfig, in dem die Kaninchen mindestens drei Hoppelsprünge machen können. Die Käfighöhe sollte eine zweite Aufenthaltsebene und das Sitzen auf den Hinterbeinen erlauben.
  • Im Käfig gehaltene Tiere brauchen mindestens einmal am Tag ausgiebigen Freilauf – natürlich unter Ihrer Aufsicht, da sie nicht nur Ihre Wohnungseinrichtung beschädigen, sondern sich auch selbst in hohem Maße Schaden zufügen können (z. B. Teppich fressen, Elektrokabel anknabbern).
  • Auch Wohnungskaninchen sollten die Möglichkeit zum Graben haben (hohe Kiste mit Sand und Heu) und sich auch mal von dem Partner zurückziehen können (kleine Holzhäuser, Pappkartons, Röhren).
  • Spielzeug, bevorzugt solches von Katzen, kann für Kaninchen, die von klein auf daran gewöhnt wurden, sehr attraktiv sein und Abwechslung in den Tagesablauf bringen.
  • Hängen Sie Futter, z.B. Möhrengrün, an der Käfigdecke auf, damit sich Ihr Kaninchen, wenn es fressen möchte, im wahrsten Sinne des Wortes nach der Decke strecken muss oder verstecken Sie die Möhren bzw. das Heu in Haushalts- oder Toilettenpapierrollen.
  • Sie können in Ihrer Wohnung auch einen kleinen Hindernisparcours aufbauen und Ihrem Kaninchen beibringen, durch Röhren zu laufen oder niedrige Hindernisse zu überwinden. Bitte beachten Sie aber, dass Kaninchen keine geborenen Hochspringer sind, sondern sich hoppelnd durchs Leben bewegen. Nur in äußersten Notfällen – auf der Flucht oder wenn sie in Panik geraten – sind sie zu spektakulären Sprüngen fähig, wobei sie sich nicht selten bei der Landung erheblich verletzen. Junge Kaninchen kann man mit behutsamem, wohldosiertem Training gut zu kleinen sportlichen Übungen animieren. Erwachsene, bisher nur im Käfig gehaltene Kaninchen eignen sich nicht für sportliche Leistungen, da ihre Knochen und Muskeln nicht ausreichend belastbar sind.
  • Eine weitere Möglichkeit, Ihrem Kaninchen Bewegung zu verschaffen, ist das vorsichtige Gewöhnen an Geschirr und Leine für kurze gemeinsame Spaziergänge, bei denen aber immer Ihr Kaninchen die Richtung bestimmen sollte.
  • Sie können Ihrem Kaninchen auch kleine Tricks beibringen wie z. B. “Männchen machen” oder auf Kommando in eine Transportbox laufen (sehr nützlich für Tierarztbesuche). Wichtig ist, das gewünschte Verhalten, wenn es von allein gezeigt wird, mit einem entsprechenden Kommando und einer sofortigen Belohnung (z. B. winziges Apfelstückchen) zu kombinieren. Halten Sie ihm den kleinen Leckerbissen über den Kopf, sodass es sich aufrichten muss, um ihn zu erreichen. Im gleichen Moment sagen Sie z. B. “Sitz” und geben die Belohnung. Diese Übung müssen Sie dann oft genug wiederholen, damit Ihr Kaninchen lernen kann, was das Wort “Sitz” bedeutet.

 

© Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.
Kaninchen brauchen Gesellschaft

Kaninchen lieben Gesellschaft

 

© Johanna Gerstner/pixelio.de

 

Kaninchen zählen in Duetschland schon seit dem 12. Jahrhundert zu den Haustieren des Menschen. Während sie früher jedoch nahezu ausschließlich als Nutztiere dienten, sind sie heute beliebte Heimtiere. In Erinnerung an enge Holzställe mit Maschendrahtgitter gelten sie vielfach immer noch als gänzlich anspruchslos in der Haltung. Wer ein Kaninchen jedoch artgerecht halten will, muss eine Reihe von Faktoren berücksichtigen.

 

Kontakt zu Artgenossen

 

Das wohl häufigste Problem in der Heimtierhaltung ist Eintönigkeit und damit einhergehende Langeweile. Verhaltensstörungen sind oftmals die Folge. Eine kaninchengerechte Haltung sollte deshalb – wie jede andere Tierhaltung auch – für Abwechslung und Umweltreize sorgen. Wesentlich für das naturgemäß in Sippen lebende Kaninchen ist dabei der Kontakt zu Artgenossen. Der Anteil des Sozialverhaltens am Gesamtverhalten beträgt bis zu 50% der gesamten Tagesaktivität. Für die Heimtierhaltung sind zwei oder mehrere gleichaltrige Kaninchen, die im günstigsten Fall frisch abgesetzt vom Muttertier als Gruppe eingesetzt werden, ideal. Bei Ausfall eines oder mehrerer Tiere ist der Ersatz allerdings sehr vorsichtig zu versuchen, denn oftmals werden neu hinzugekommene Tiere abgelehnt und von den “Alteingesessenen” durch Bisse schwer verletzt. Für die klassische Haltung in einer Familie bieten sich am ehesten Widderkaninchen an, da diesen im Allgemeinen wenig Aggressivität nachgesagt wird so das Aggressionsrisiko – auch in Bezug auf andere im Haus gehaltene Tiere – minimiert werden kann.

 

Geeignete Unterbringung

 

Eine artgerechte Unterbringung des Kaninchens berücksichtigt sein natürliches Verhalten und erlaubt ihm alle kaninchentypischen Verhaltensweisen. Das Bewegungsrepertoire dieser Tiere ist sehr vielfältig und ausgeprägt. Vor allem aus dem direkten Kontakt zu Artgenossen ergibt sich eine Vielzahl an intensiven Bewegungsweisen wie Rennen, Verfolgen, Hakenschlagen, Springen, Kapriolen und viele mehr. Die Tiere sollten in ihrem Käfig wenigstens drei zusammenhängende Hoppelschritte machen können, was eine Strecke der 4,5fachen Kaninchenlänge erfordert. Bei einem 3 kg schweren Kaninchen mit einer Körperlänge von ca. 40 cm sind dies beispielsweise 1,80 m. Ein Käfig unterhalb dieser Maße schränkt die Tiere in ihrer Bewegung und somit in ihrem Verhalten sehr stark ein. Solche Käfige können bestenfalls in Kombination mit täglichen Freilaufmöglichkeiten verwendet werden. Dabei ist wiederum zu beachten, dass der Lebensrhythmus der Kaninchen eine hohe Aktivität in den Dämmerungszeiten des Tages – also morgens und abends – vorsieht, während sie besonders in der Mittagszeit sehr ruhebedürftig sind. Einen optimalen Boden für die Kaninchenbehausung, der hygienisch wie auch gut zu reinigen ist und dem Tier eine rutschsichere, gepolsterte Unterlage bietet, gibt es leider nicht. Der beste Weg ist, auf den wie immer gearteten Boden zum Aufsaugen des Urins reichlich Sägespäne zu streuen und diese mit einer dicken Heu- oder Strohschicht abzudecken.

 

Kaninchengerecht füttern

 

Das Kaninchen frisst in sehr kleinen Portionen 60 bis 80mal pro Tag und ist auf rohfaserreiche Nahrung angewiesen. Die permanente Gabe von stärkereichem Futter, besonders Körnerfutter, ist nicht kaninchengerecht. Sie führt früher oder später neben einer Verfettung des Tieres zu chronischem Durchfall. Artgerechtes Futter besteht aus Heu und/oder Gras, zusätzlich Blattgrün (z. B. Möhrengrün, Petersilie) sowie in geringerem Maße Obst und Gemüse oder gelegentlich getrocknetes Brot.

 

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Rechtzeitig impfen

Hauskaninchen rechtzeitig impfen

 

© Julia Sälzer/pixelio.de

Myxomatose

 

Die Myxomatose auch Kaninchenpest genannt, ist eine verlustreiche Seuche, die vor allem unter den Wildkaninchen sehr verbreitet ist. Wer zwischen Mai und Oktober auf ein scheinbar zahmes Kaninchen trifft, hat vermutlich ein Myxomatose-Opfer vor sich. Man erkennt es an starken Schwellungen der Augenlider, die das Tier nahezu erblinden lassen. Der Kopf kann unförmig aufgetrieben sein durch teigig bis feste Schwellungen vor allem an Nase, Lippen und Ohren. Meist sind auch massive Atembeschwerden sichtbar und hörbar. Unterdrücken Sie bei einer solchen Begegnung den Impuls, das Tier zu Hause gesund zu pflegen. Die Erkrankung ist nicht behandelbar und endet in jedem Fall tödlich. Wer gar selbst Kaninchenhalter ist, könnte einen solchen Entschluss bitter bereuen. Der Myxomatose-Erreger, ein Virus, kann durch direkten Kontakt, aber auch unreine Hände des Menschen leicht auf das geliebte Haustier übertragen werden. Auch sollte kein Grünfutter aus solchen Krankheitsarealen an Hauskaninchen verfüttert werden. Der Hauptübertragungsweg von Wild- auf Hauskaninchen ist jedoch der über Stechmücken. Da diese Überträger nur schwerlich aus dem Lebensbereich der Hauskaninchen zu verbannen sind, ist die Impfung der beste Schutz. Wer Kaninchen in Gebieten hält, die wegen stehender Gewässer und milder Winter nur kurze Zeit stechmückenfrei sind, sollte seine Tiere zweimal jährlich impfen lassen.

 

Chinaseuche

 

Die Chinaseuche oder Rabbit Hemorrhagic Disease (RHD) ist eine weitere spezielle Virusinfektion der Kaninchen. Hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, Krämpfe, Atemnot, Blutungen aus den Körperöffnungen und rascher Tod sind ihre Merkmale. Die Ansteckung erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt über den Tierbesitzer, Einstreu, Futter, oder Insekten. Auch hier gilt: Zur Vorbeugung ist in jedem Fall die  Impfung anzuraten.

 

© Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V.
Kokzidiose

Kokzidiose bei Kaninchen

 

Die Kokzidiose gehört zu den bedeutendsten parasitären Erkrankungen des Kaninchens, da sie praktisch in jeder Haltungs- und Nutzungsform vorkommt. Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut (Darmkokzidiose) oder der Gallengänge (Leberkokzidiose) schmarotzen. Die Parasiten entwickeln sich in einem mehrphasigen, komplizierten Zyklus, an dessen Ende sogenannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese reifen innerhalb von ein bis sechs Tagen in der Einstreu und werden dann als infektionstüchtige Stadien von den Tieren aufgenommen. Für Jungtiere stellt das verschmutzte Gesäuge der Häsin eine gefährliche Infektionsquelle dar.

 

Darmkokzidiose

 

Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das heißt sie scheiden die Erreger in großen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken. Kommt es jedoch zu einer Belastung der Tiere durch Infektionen, Transportstress oder Fütterungsfehler, bricht die Erkrankung aus. Bei geringgradigem Befall verläuft die Erkrankung symptomlos. Sind aber ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch die Kokzidienbesiedlung entzündet, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und ausgenutzt werden. Die erkrankten Tiere verlieren an Gewicht und leiden unter schleimigem bis blutigem Durchfall. Ist die Darmflora geschädigt, können sich auch bakterielle Infektionen ausbreiten, die mit starker Gasbildung im Darm einhergehen. Jungtiere erkranken am schwersten. Unter ihnen kann die Sterblichkeitsrate bis 100 Prozent betragen.

 

Leberkokzidiose

 

Bei der Leberkokzidiose steht eine ausgedehnte Entzündung der Gallengänge und eine Leberschwellung im Vordergrund. Damit verbunden ist eine schwere Störung des Allgemeinbefindens. Die Tiere magern ab, Durchfälle sind aber selten. Bei dieser Erkrankungsform sind ältere Tiere stärker betroffen als Jungtiere. Nach einem Krankheitsverlauf von mehreren Wochen kann auch die Leberkokzidiose tödlich enden.

 

Vorbeugung und Behandlung

 

Durch mikroskopische Kotuntersuchung weist der Tierarzt die Erkrankung nach. Zur Therapie werden Sulfonamidpräparate eingesetzt. Der Infektionskreislauf muss durch gründliche Käfighygiene und Desinfektion unterbrochen werden. In größeren Beständen verhindern Bodenlaufgitter, dass infektiöser Kot oder infizierte Einstreu aufgenommen wird. Die in der Heimtierhaltung übliche Einstreu muss täglich ausgewechselt werden. Eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser tötet Oocysten zuverlässig ab. Die in die Umwelt abgegebenen Oocysten sind sehr widerstandsfähig, so dass die Einschleppung in einen kokzidienfreien Bestand nicht nur über zugekaufte Tiere, sondern auch über Frischfutter und mangelhaft gereinigte Futternäpfe und Käfige erfolgt. Größtmögliche Sauberkeit ist zur Vorbeugung besonders wichtig. Grünfutter und Heu sollten grundsätzlich nicht mit der Einstreu in Berührung kommen und über Futterraufen angeboten werden. Für neu zugekaufte Tiere empfiehlt sich zunächst die Unterbringung in einem separaten Käfig, bis eine Kotuntersuchung die Kokzidienfreiheit bestätigt oder eine erfolgreiche Behandlung durchgeführt ist.

 

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